| Publikacja w ramach patronatu medialnego portalu www.XPOL.de nad wystêpami Steffena Möllera w Niemczech : |
Steffen Möller - Ich über mich
Seit
1994 lebe ich in Polen.
Davor war alles normal: Gymnasium in Wuppertal, Schulkabarett, Zivildienst in Wuppertal, Studium in Berlin, WG-Erfahrungen, Bandsinger ("Die Harten Schanker"), Magister.
Dann der Schock für alle WG-Bewohner und Harten Schanker: Steffen geht nach Polen. "Wieso denn das? Was willste denn in Asien?"
Im Anschluß an meine Auftritte werde ich oft vom misstrauischen polnischen Publikum gefragt: "Entschuldigung, sind Sie eigentlich ein richtiger Deutscher? In Wahrheit sind Sie doch aus Schlesien! Oder gar aus der Ex-DDR! Raus mit der Sprache!"
Ich sage dann mit gutem Gewissen: "Sie irren sich! Ich komme aus Wuppertal, bin also ein richtiger, wahrhafter Deutscher!" Welcher Deutsche darf das schon von sich behaupten? Allein dafür lohnt es sich schon, nach Polen zu emigrieren.
(Was kann ICH denn dafür, dass die Ex-DDR'ler hierzulande so unbeliebt sind? Aber lasst Euch keine grauen Haare wachsen. Dafür sind wir Wuppertaler halt in Holland unbeliebt!)
Tja, was gäbe es sonst noch zu sagen?
Vielleicht eine Kostprobe meiner Gags? - Ach nein, lieber nicht. Sie sind allzu gespickt mit hintergründigen Anspielungen. Keine typischen Polenwitze, um Himmels willen. Es bedarf langer Jahre der Einarbeitung in Kultur, Land und Leute, ehe man in meinem anspruchsvollen Kabarett mitlachen kann. Natürlich gibt es Ausnahmen. Von Zeit zu Zeit sehe ich im Publikum überlegen grinsende Doktorandengesichter. Dann weiss ich: Das ist die Ortsgruppe der DAAD-Stipendiaten aus Deutschland, die statt Weihnachtsfeier den Kabarettabend von Steffen Möller besuchen. Anschließend sitzen sie im kleinen Kreis und stellen die Pointen in Frage.
Weil aber nicht jeder das Glück hat, ein DAAD-Stipendium zu bekommen, habe ich noch eine Testfrage für Deinen ganz persönlichen Polen-Background: In welchem Jahr fand das Treffen zwischen Goethe und Mickiewicz statt?
Es gibt drei Möglichkeiten:
1.1825
2.1827
3.1829.
- Wem das zu schwer ist, biete ich eine Verliererrunde an: Wer war Mickiewicz? -
1. So etwas wie Goethe
2. Eine Art Chopin.
3. Der Urgroßvater von Walesa.
Zweimal
die falsche Antwort bedeutet: Für mein anspruchsvolles multikulturelles,
länderübergreifendes, völkerversöhnendes Kabarett bist du verloren. Mache
entweder
einen
Sprachkurs in Krakau oder hör dir weiter die üblichen Polenwitze an. Zum
Beispiel den folgenden, den ich im Internet gefunden habe. Von selbst würde
ich niemals auf solche rassistischen Witze kommen, ich distanziere mich
von so einem Mist! Aber die Polen selber lachen sich halb tot darüber.
Ich wasche meine Hände in Unschuld.
Der Teufel sitzt in der Hölle und murrt: "Ich hab' den Menschen schon so lange nichts mehr Böses zugefügt. Ich muß mal wieder was tun." Er nimmt sein kleines Schäufelchen, gräbt sich einen Gang an die Erdoberfläche und kommt in Amerika heraus. "Hallo hallo, ich bin das Teufelchen - mit meinem kleinen Schäufelchen - und ich nehme euch jetzt alles Geld weg!" - "Ach bitte sehr, du kannst alles haben", antworten die Amerikaner. "Wir haben ja viel zu viel davon!" - "So ein Mist", sagt das Teufelchen, nimmt sein Schäufelchen und gräbt einen Gang nach Rußland. "Hallo hallo, ich bin das Teufelchen - mit meinem kleinen Schäufelchen - und ich nehme euch jetzt alles Geld weg!" - "Herzlich willkommen", antworten die Russen, "du kannst uns gerne suchen helfen. Wir haben ja selber nix." - "So ein Mist", sagt das Teufelchen, nimmt sein Schäufelchen und gräbt einen Gang nach Polen. "Hallo hallo, ich bin das Teufelchen...und wo ist mein kleines Schäufelchen?"
Nicht aus dem Internet, sondern von einer würdigen Warschauer Matrone wurde mir folgender polnischer Witz über die Deutschen überliefert:
Ein deutscher Großvater und sein Enkel betrachten ein Fotoalbum. Der Enkel fragt: "Opa, wer ist denn der junge Mann hier auf dem Foto?" - "Das bin ich, als ich noch jung und schön war." - "Aha. Und wer ist der Mann da neben dir, der mit dem Schnäuzer?" - "Oh, mein Lieber, das war ein ganz böser Mensch, der hieß Adolf Hitler." - "Ach so. Und, Opa, warum hebst du denn den rechten Arm so komisch zu diesem Herrn Hitler hoch?" - "Da sage ich gerade zu ihm: Stop dem Krieg!"
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